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Chronik der Schiedsrichtergruppe Sulzbach



Diese Chronik bis 1994 stammt aus der 75jährigen Jubiläums-Festschrift der Schiedsrichtergruppe Sulzbach und wurde von Manfred Kaever und Manfred Zimmer verfasst!



Die Entwicklung des Fußballs und der SR-Gruppe Sulzbach


Dank vieler Recherchen und einer immensen Fleißarbeit eines der Mitbegründer der Gruppe verdanken wir, dass wir überhaupt noch die Entwicklung unserer Schiedsrichtergruppe nachlesen können. Hermann Schneider aus Bildstock, Mitbegründer der Gruppe und langjähriger Obmann, schildert uns in den Jubiläumsschriften von 1960 und 1970 die Vorgeschichte und die sich hieraus zwangsläufig ergebene Gründung einer organisierten Gemeinschaft.

Bereits im Jahr 1897 wurde der Süddeutsche Fußballverband gegründet, dem schon damals einige Vereine im süddeutschen Raum angehörten. Zur Gründung des "Saargaues" gehörten einige namhafte Vereine wie der SV Saar 05 Saarbrücken, Borussia Neunkirchen, Germania Saarbrücken sowie der SV 05 Trier.

In dem regionalen Bereich sind die Gründungsjahre der Vereine 1905-1914, also bis zu Beginn des 1.Weltkrieges.

Zu nennen sind hier der SV Hellas 05 Bildstock, SV Holz 05, SV 07 Elversberg, Viktoria 06 Quierschied, die Germania Göttelborn, Kerpen 09 Illingen, Viktoria Hühnerfeld und die Hansa Dudweiler. Die Vereine trugen untereinander Spiele aus - ohne nach einer strengen Regel zu spielen. Vereinbarungen, daß ein Spiel über zwei Stunden ober bis zur Entscheidung ausgetragen würde, waren keine Seltenheit.

Auch die Anzahl der Spieler einer Mannschaft konnte bei beiderseitigem Einverständnis je nach Gefallen 12 oder 13 Mitwirkende betragen. Um Streitigkeiten zu vermeiden suchte und fand man einen integren Mann, der das Spiel, oft unter Mithilfe der Spielführer leitete.

War kein Schiedsrichter zu finde, fand das Spiel ohne den Unparteiischen statt. Mit der Organisation eines einigermaßen geordneten Spielbetriebes ergab sich die Heranbildung von Schiedsrichtern und die Zusammenfassung in Gruppen.

In der Festschrift zum 60jährigen Jubiläum hat uns Hermann Schneider ein besonderes Geschenk gemacht: eine Postkarte mit Datum vom 18.05.1912, wobei zwischen dem Vorsitzenden des Saargaues, Herrn Karl Schneider aus Neunkirchen/Saar und dem Schiedsrichteranwärter, Herrn Ph. Kern aus Sulzbach, ein Termin zur Ablegung der Schiedsrichterprüfung vereinbart wird. Alles noch im Vorfeld von organisierten Gruppen, jedoch umso bemerkenswerter.

Der 1. Weltkrieg 1914-1918 lähmte jeden Fortschritt hinsichtlich einer geordneten Entwicklung.

Die Zeit von 1919 - 1933


Im Jahr 1919 wird die Schiedsrichtergruppe Sulzbach gegründet und bildet sich aus folgenden Vereinen: Sulzbach, Altenwald, Hühnerfeld, Neuweiler, Bildstock, Elversberg, Friedrichsthal, Holz, Quierschied, Fischbach, Merchweiler, Illingen; Dudweiler zum Teil Sulzbach bzw. Saarbrücken. Heinrich Keck aus Sulzbach ist der erste Obmann. Die ersten Sitzungen finden im Lokal Linn in Sulzbach statt und dienen dem Gedankentausch und somit der Weiterbildung.

Ein Lehrbetrieb im heutigen Sinne mit den zur Verfügung stehenden Hilfsmitteln gab es noch nicht, aber man war ständig um einen guten Nachwuchs bemüht.

Im Jahr 1925 tritt Heinrich Keck aus gesundheitlichen Gründen zurück. Sein Nachfolger war Hermann Schneider aus Bildstock, der Mann, dem wir die Chronik der Anfangsjahre verdanken.

Um den Geist und die damalige Situation der Gruppe zu begreifen, lesen wir einige Sätze von H. Schneider, die heute mehr den je Gültigkeit haben : "Der Geist und das kameradschaftliche Verhältnis in der Ortsgruppe waren vorbildlich."

Futterneid wegen Aufstieg in eine höhere Klasse kannte man nicht. Es wurde nicht gleich die Flinte ins Korn geworfen, wenn man nach einiger Zeit nicht eine der oberen Spielklassen erreicht hatte. Jeder war überzeugt, daß die Jugend sowie die unteren Klassen einen Anspruch auf Schiedsrichter haben.

Im Verlauf der Jahre 1933 - 1945 wechselte die Führung der Gruppe. Wir erinnern uns an folgende Namen: Heinrich Pitz, Fritz Müller, Karl Jacob, Alois Schirra, Albert Schmoll, Hermann Lehberger.

Der Wiederaufbau nach 1945 und die Entwicklung bis 1969


Der zweite Weltkrieg hat dem Schiedsrichterwesen erheblich geschadet. Mit vielen Hindernissen beginnt der Neuaufbau. Mit der Bildung eines Landessportverbandes "Saar" geht die Sichtung im Schiedsrichterwesen einher. Im Januar 1946 finden erste Sichtungen statt, wer aus dem Krieg unversehrt zurückgekehrt war.

Eine Tagung aller geprüften und anerkannten Fußball-Schiedsrichter fand statt.

Der erste Obmann nach dem Krieg war Lothar Krämer aus Sulzbach, ein guter Kenner der Materie, ausgezeichneter Schiedsrichter, Sportjournalist und umsichtiger Funktionär.

In den Jahren 1947 - 1949 sind in unsrem Bereich als Aktive folgende Namen bekannt: Dinger, Lehberger (beide Quierschied), Jacob, Mathei (beide Bildstock), Triem (Dudweiler), Meiser (Wustweiler), Hermann und Büch (beide Dudweiler), Wilhelm (Altenwald), Diehl (Holz) und Keßler (Merchweiler).

Im Jahr 1950 war Hans Zeimet, Vorsitzender des Bundesschiedsrichterausschusses, mit der Organisation des Saarländischen Schiedsrichterwesens betraut. Die "Ära Hans Zeimt" enthält entscheidende Impulse, die bis in unsere Zeit Früchte tragen. Es beginnt eine gezielte Schulung sowohl für den Nachwuchs wie die Fortgeschrittenen. Fortbildungskurse finden statt. Ein Referentenstab aus erfahrenen Kollegen bereist die Gruppen im gesamten Land.

Wie vorausschauend seine Entscheidungen waren, findet seine Bestätigung darin, daß die heutige Schiedsrichterordnung im wesentlichen die vorgenannten Bestimmungen enthält.

Im Jahr 1967 trat Hans Zeimet aus Altersgründen zurück. Sechs Jahrzehnte im Dienste des Saarfußballs und im besonderen dem Schiedsrichterwesen verbunden, hat er für die Sache richtungsweisend gearbeitet und sich verdient gemacht.

Mit Hans Salzmann beginnt 1954 eine fast drei Jahrzehnte dauernde und äußerst fruchtbringende Zeit der Gruppe. Als Mitarbeiter fungieren Manfred Kaever als Lehrwart und Erich Stoll als Beisitzer. Alle drei leiteten Spiele der Regionalliga. Manfred Kaever stand 1966 und 1967 auf der DFB-Liste und war in verschiedenen Gespannen als Linienrichter in der Bundesliga eingesetzt. Seit 1968 gehört er bis heute der Spruchkammer Jugend als Sachverständiger an.(Anm. v. Srg-Sulzbach.de: Bis 2005)

Nachdem 1979 Hans Salzmann für weitere Funktionen im Saarländischen Fußballverband berufen wird, übernimmt Erich Stoll als Obmann die Gruppe. Aufgrund der langjährigen Zusammenarbeit vollzieht sich der Wechsel reibungslos. Die Gruppe hat wiederum den richtigen Mann am richtigen Platz. Die "3 Musketiere" arbeiten wie gehabt zum Wohle der Gruppe zusammen.

Der Ausbildungsstand schlug sich in der Anzahl der Schiedsrichter nieder, die den oberen Klassen angehörten.

Ohne eine Klassifizierung vorzunehmen, gehörten folgende Kameraden dieser Klasse an: Helmut Reinstädtler, Günter Glöckner, Winfred Schnur, Frank Schuster.

Rheinstädtler qualifizierte sich 1978 für die zweite Bundesliga und war als Schiedsrichter der ersten Bundesliga eingesetzt. Günter Glöckner, Winfred Schnur und Frank Schuster waren in der Amateuroberliga tätig. Günter Glöckner erhielt eine Berufung in die zweite Bundesliga, der er aus beruflichen Gründen nicht folgen konnte.

Weiterhin gehörten der Leistungsklasse I und II an: Rolf Diehl, Manfred Zimmer, Hans Cattarius, Heinz Kämmer, Günther Baltes, Gerd Weidenfeld und der zu früh verstorbene Hermann Ewen. Bei einem durchschnittlichen Stand von ca. 60 Schiedsrichtern eine stolze Bilanz.

Nach mehr als drei Jahrzehnten Lehrtätigkeit (1953 - 1983) übergibt Manfred Kaever seinem Nachfolger Manfred Zimmer aus Quierschied sein Amt.

Wie sich im Verlauf der kommenden Jahre herausstellt, hat die Gruppe mit ihm eine gute Wahl getroffen.

Aus gesundheitlichen Gründen übergibt Erich Stoll 1988 die Leitung der Gruppe in wohlgeordnetem Zustand dem Kameraden Jörg Sievers. Die "3 Musketiere" haben sich auf das Altenteil zurückgezogen. Ihr Rat wird ab und an noch gefragt und auch beantwortet. Bedauerlicherweise konnte die Kontinuität in der Person des SR-Obmanns nicht beibehalten werden. Die Gründe liegen sicher darin, daß die Arbeit des Obmannes mit Spielverteilung und der sich hieraus ergebenden Schwierigkeiten ein großes Maß an Idealismus und Freizeit erfordert.

1994 - Das Jahr des 75. Jubiläum


Das wichtigste Ereignis ist leider trauriger Natur. Am 26. Juni 1994 starb Hans Salzmann. Mit bewegten Worten verabschiedete unser Verbands-Schiedsrichter-Obmann Heribert Ohlmann am offenen Grabe und mit ihm die Schiedsrichterbewegung des Saarlandes den "Altobmann". Es ist den Worten unseres VSO kaum etwas hinzuzufügen.

Aus Sicht des Chronisten, der über 40 Jahre mit ihm die Geschichte der Schiedsrichtergruppe zumindest beeinflußte und stets um das Beste bemüht war, hat die Gruppe einen großen Verlust erlitten. War er manchmal auch kantig und eckig und nur schwer an ihm vorbeizukommen, so schätzen wir alle seine Tugenden Ehrlichkeit, Geradlinkigkeit und Korrektheit gegen Jedermann. Sein Rat wird uns fehlen.

Auch Erfeuliches ist zu berichten: Die Schiedsrichtergruppe Sulzbach ist wieder in der Bundesliga vertreten. Francoise Waz heißt die junge Frau, die mit Bescheidenheit aber auch entsprechendem Ehrgeiz sich diese Stellung erarbeitet hat. Bei ihren Spielen wird sie von zwei männlichen Kollegen als Hilfe an der Line begleitet. Einige ehrenvolle Berufungen hat sie bereits absolviert und wir wünschen ihr auf ihrem weiteren Weg "bonne chance" (Anm. v. Srg-Sulzbach.de: Sie hat mittlerweile ihre SR-Karriere beendet)

Unser Schiedsrichterkamerad Michael Müller vom ASC Dudweiler wurde am 12 Februar 1994 zum Diakon geweiht. Nun haben wir auch einen Gottes-Mann in unseren Reihen. Einige Zeilen aus einem Brief an den KSO Wigand Lallemand enthält folgende Zeilen:
Zitat: "Für mich ist dies eine gute Möglichkeit, mit den Menschen in Kontakt zu kommen und Ihnen zu zeigen, daß die Kirche nicht aus langweiligen und zurückgezogenen Priestern besteht. Aber fürchtet Euch nicht: Ich werde weiterhin nach den Fußballregeln und nicht nach den zehn Geboten pfeifen."
Kommentar: Warum eigentlich nicht beides anwenden!?!

Chronik wird fortgesetzt....


Obleute der Gruppe Sulzbach nach Kriegsende


Lothar Krämer   Sulzbach    
Karl Triem   Neuweiler    
Karl Wilhelm   Altenwald    
Karl Kessler   Merchweiler    
Hans Salzmann   Merchweiler   1954 - 1979
Erich Stoll   Neuweiler   1979 - 1988
Jörg Sievers   Elversberg   1988 - ?
Günter Baltes   Merchweiler    
Hans-Kurt Ihl   Altenwald    
Manfred Zimmer   Quierschied    
Günter Kreutz   Landsweiler   1993 - 2005
Bernd Beres   Fischbach   Ab 2005



Lehrwarte der Gruppe

 

Manfred Kaever   Sulzbach   1953 - 1983
Manfred Zimmer   Quierschied   1983 - 2005
Thomas Heinz   Göttelborn   2005 - 2008



Lehrbeauftragte / Referenten der Gruppe

 

Alexander Stolz   Neuweiler   2008 - 2015
Michael Müller   Dudweiler   ab 2008
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